Autoimmunerkrankungen und Schwermetalle Teil 2 – Amalgam

Im ersten Teil der Serie „Autoimmunerkrankungen und Schwermetalle“ ging es um Quecksilber. Den Blogbeitrag findest du hier und heute sprechen wir über Amalgam.

Geschichtlicher Hintergrund zu Amalgam

Was viele nicht wissen: Amalgam war im 19. Jahrhundert – also um 1870 herum – als Zahnfüllung in Europa und auch in Amerika verboten. Es war also damals schon bekannt, dass Amalgam toxisch ist und nicht besonders gut für unsere Gesundheit ist. Nichtsdestotrotz, waren es damals noch andere Zeiten – weniger Gesetze, weniger Restriktionen und weniger Ämter, die einem sofort auf der Schwelle standen. So wurde es also doch teilweise benutzt. Unter anderem von einem Kollegen, der genau deswegen aus Frankreich in die USA ausgewandert ist, wo es zu dem Zeitpunkt noch nicht überall verboten war. Er hat dann eine sehr erfolgreiche Zahnarztpraxis aufgezogen und wahnsinnig viele Amalgamfüllungen eingebaut. Dann wurde das in dem Staat, in dem es zuerst noch nicht verboten war, aber auch verboten. Vorangetrieben durch die damalige amerikanische Gesellschaft der Zahnärzte, welche auch ein ganz starker Verfechter von Amalgam war. Das fand der Zahnarzt natürlich nicht so toll, weil die Alternativfüllungen deutlich teurer waren und er mit den Amalgamfüllungen ja sehr erfolgreich war.

Er hat dann eine Gegengesellschaft gegründet, die pro Amalgam war. Und diese Gegengesellschaft hat sich sehr stark durchgesetzt, weil es einen sehr hohen finanziellen Vorteil für die Zahnärzte hatte weiterhin das günstigere Amalgam zu verwenden. Sie hatten auch politisch eine sehr große Lobby und haben es geschafft und dafür gesorgt, dass Amalgam als Füllung wieder erlaubt und zugelassen wurde. Diese Gegengesellschaft der Zahnärzte existiert bis heute. Es gibt nach wie vor die Pro- und Kontra-Vereinigungen in den USA. Die pro Amalgam Vereinigung bemüht sich sehr stark um die Vertuschung der negativen Auswirkungen und klärt die Patienten oft nicht ausreichend über die Nachteile des Amalgams auf. Dabei ist eigentlich schon immer bekannt, dass wenn man auf die Füllung beißt, dass dann Quecksilber freigesetzt wird und das eben auch Quecksilberdämpfe aus Amalgam austreten. Das ist durch die chemische Zusammensetzung grundlegend gegeben. Quecksilber ist eine sehr instabile Substanz, die schon bei geringen Temperaturen flüssig wird und auch wenn es in durch Zinn- und Silberbildung in dem Amalgam gebunden ist, kann es sehr schnell freigesetzt werden.

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Amalgamfüllungen, Schilddrüse und Schwangerschaft

Dazu gibt es eine umfangreiche Studienlage: Je mehr Amalgamfüllungen man hat, desto höher ist der Quecksilberanteil im Blut und desto höher ist der Quecksilbernachweis im Urin. Gleichzeitig hat man festgestellt, je mehr Amalgamfüllungen eine Schwangere hat, desto höher ist der Quecksilbergehalt in der Nabelschnur des Neugeborenen. Das heißt, Quecksilber wird auch über die Nabelschnur und über die Plazenta an das Kind weitergegeben. Die Kinder werden also schon mit einer Beeinträchtigung geboren. Das ist besonders relevant für die Schilddrüsen-Patienten, weil Quecksilber sich unter anderem auch in der Schilddrüse ablagert. Auch dazu gibt es Studien: Menschen mit Amalgamfüllungen haben vermehrt Ansammlungen von Quecksilber in der Schilddrüse, was die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigt, die T4-Produktion beeinträchtigt und auch die Konversion deutlich beeinträchtigt. Und dass auch diese Babys, die schon mit einem erhöhten Quecksilberspiegel geboren wurden, mit einer deutlich schlechteren Schilddrüsenfunktion das Licht der Welt erblicken.

Quecksilber: Trigger-Faktor für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen werden mit Quecksilber in einen eindeutigen Zusammenhang gebracht. Es gibt also einen eindeutigen Zusammenhang für das Immunsystem. Quecksilber ist einer der Trigger-Faktoren für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen. Was also tun, wenn man Amalgamfüllungen hat? Leider wird ganz oft erzählt, es wäre besser, man lässt diese drin, weil durch das Ausbohren noch mehr freigesetzt wird. In gewisser Weise ist das richtig. Der Ablauf ist wie folgt: Man bohrt die Amalgamfüllungen raus, dadurch entstehen Dämpfe und Nebel im Mund. Diese atmet man dann ein und dementsprechend nimmt man dadurch sehr viel Quecksilber auf, was ein großes Problem darstellen kann. Das ist auch tatsächlich der Fall. Deshalb sind bestimmte Sachen zu beachten, wenn man sich diese Füllungen entfernen lassen möchte.

Das sollte man beachten:

Der Darm sollte möglichst dicht sein und es sollte keine schwere Dysbiose vorliegen. Genaueres zu der Umsetzung im Darm findest du im Blogbeitrag Autoimmunerkrankungen und Schwermetalle Teil 1 – Quecksilber und Methylquecksilber. Es sollte also kein schweres Leaky Gut vorliegen und keine Dysbiose. Das verschluckte Amalgam Hg0 ist unproblematisch – schwierig ist das eingeatmete.

Dann sollten sehr viele Schwefelgruppen (SH) zur Verfügung stehen um das aufgenommene Quecksilber abzubinden und dafür zu sorgen, dass es nicht toxisch wird und sehr schnell aus dem Körper wieder rausgeht. Das heißt, es sollten hohe Glutationsspiegel da sein. Und man kann auch sonst Schwefelgruppen vermehrt zur Verfügung stellen – zum Beispiel mit MSM oder mit Methionin oder S-Adadenosylmethionin oder anderen schwefelhaltigen Substanzen, damit möglichst viele SH-Gruppen da sind und das Quecksilber so gleich gebunden werden kann.

Ein sehr hoher Selen-Spiegel hilft und vorhanden sein. Die Selen-Proteinase spielt eine große Rolle bei der Quecksilberentgiftung. Gleichzeitig ist Selen wichtig für die Produktion von Glutation. Das ist der Stoff, der für die Quecksilberentgiftung und für die „Quecksilber-Nichttoxizität“ – also auch wenn Quecksilber in unserem Körper ist -, dass es keine toxischen Wirkungen entfaltet.

Man kann auch mit Koriander arbeiten – in Form von Koriander-Tropfen und Koriander-Extrakt. Man nimmt davon dann relativ viel zu sich um das akut herumschwimmende Quecksilber auf natürliche Weise zu chelatieren. Und man kann mit Alpha-Liponsäure arbeiten aus den gleichen Gründen.

Ganz wichtig: Es müssen bestimmte Vorkehrungen zum Ausbohren des Quecksilbers getroffen werden. Achtet darauf, dass es mit Spezialvorrichtungen, das nennt sich Kofferdamm, abgesaugt wird. Es sollte nicht von jemandem durchgeführt werden, der dieses Kofferdamm nicht hat.

Es gibt auch Zusatzsauger, die noch zusätzlich zum Kofferdamm über den Zahn gestülpt werden. Die Zahnärzte, die das machen, sind Umwelt-Zahnärzte oder naturheilkundliche oder ganzheitliche Zahnärzte. Man muss sich hier genau informieren: Wie machen sie das? Was machen sie? Was beachten sie alles an Vorkehrungen? Ich bin kein Zahnarzt, aber es ist halt super, wenn man da so rangeht.

Autoimmunerkrankungen und Schwermetall - Amalgam

Sollte man Amalgamfüllungen alle auf einmal entfernen lassen?

Wenn man den ganzen Mund voller Füllungen hat – 12 und mehr, dann sollte man die nicht auf einmal entfernen, sondern nach und nach. Am besten immer zwei, drei auf einmal und dann wieder eine Phase der natürlichen Chelatierung einlegen, um das, was freigeworden ist und eventuell aufgenommen wurde, wieder aus dem Körper rauszubekommen. Und dann macht man die nächste Phase und so weiter und so weiter. Wir wollen so verhindern, dass das Quecksilber im Gehirn angereichert und eingelagert wird. Denn wenn es da erst einmal ist, dann ist es ein riesen Problem. Fermentiertes ist in dem Zusammenhang nicht gut. Wir wollen die Methylierung verhindern. Und es kann sein, wenn man Fermentiertes isst, dass da Bakterien drin sind. Weil über die Divergenz des Fermentierten haben wir keinen Einfluss und es kann sein, dass wir damit auch Bakterien zu uns nehmen, die die Methylierung des Quecksilbers fördern.

Meine Empfehlung also: auf jeden Fall alle Amalgamfüllungen raus. Weil solange die nicht alle raus sind, ist es ganz schwer an etwas anderem zu arbeiten. Quecksilber hat so viele Einflüsse auf alle möglichen anderen Sachen.

Hier ein Beispiel: du leidest unter Brainfog und wir wollen dafür sorgen, dass es dir besser geht. Solange du Amalgamfüllungen drin hast, werden wir nie wissen, ob es nicht einfach an deinem Quecksilberspiegel liegt. Man kann nicht einschätzen, ob alles, was wir darüber hinaus tun und alles, was du investierst und machst und dich selber bemühst, nicht vielleicht sinnlos ist, weil dein Brainfog durch deinen Quecksilberspiegel ausgelöst wird. Und das ist ein Problem. Es kann sein, dass es relativ wenig bringt. Aber es kann eben auch immer sein, dass ganz viele von den Beschwerden, die man hat, vielleicht quecksilberbedingt sind. Quecksilber ist so eine typische Chimäre, die fast alles an Symptomen verursachen kann.

Schon gewusst?

Es gibt Studien die belegen, dass bis zu 12 Milligramm Quecksilber pro Tag aus den Amalgamfüllungen aufgenommen werden. Das ist total viel. Auch wenn es zum Teil eben oral ist, was da aufgenommen wird – also oben rein und unten wieder raus -, wird ein Teil davon eben auch eingeatmet und abgelagert. Und das geht ein Leben lang so weiter, wenn man diese Füllungen hat. Und hier ist die Frage: Möchte man sich ein Leben lang dem ganzen aussetzen?

Fragen und Anmerkungen aus dem Live-Video

Kommen die Dämpfe auch nach 38 Jahren noch raus?

Solange man Amalgamfüllungen hat oder noch ein Teil vorhanden ist, ja. 50 Prozent der Amalgamfüllung besteht aus Quecksilber. Und es ist völlig egal, wie alt diese Füllung ist. Die dampfen aus – die ganze Zeit, das verschwindet nicht. Sonst wäre auch keine Füllung mehr da, wenn die sich aufgelöst hätte.

Können Depressionen mit Amalgam etwas zu tun haben?

Ja, auf jeden Fall. Das erste Symptom des Quecksilbers sind Stimmungsschwankungen und Depressionen. Wenn man eine chronische Quecksilbervergiftung erleidet, sind die ersten Symptome, die sich entwickeln, eine gewisse Reizbarkeit und Depressionen. Also wenn man unter Depressionen leidet und man hat den ganzen Mund voll Amalgam, würde ich mir auf jeden Fall auch die Amalgam-Füllungen rausmachen lassen.

Ich weiß, ich habe gut reden. Ich habe keine einzige Füllung und ich habe auch nie eine gehabt. Gott sei Dank! Ich wurde aber leider von meiner Mutter schon reichhaltig mit Quecksilber bedacht. Dafür kann sie ja nichts. Also insofern: Für mich war und ist es schon durchaus auch ein Thema. Und die Umweltmediziner sind sich da eigentlich auch absolut einig. Wenn man Amalgam im Mund hat, dann raus. Die Zahnärzte haben dazu oft keine Lust. Und das Ausbohren wird auch von der Kasse nicht wirklich bezahlt. Dementsprechend ist die Motivation sehr gering, das zu tun. Und dann wird eben gerne mal gesagt: „Das macht mehr Schaden als es Nutzen bringt.“ Oder: „Da kommt nichts mehr raus. Die Füllungen sind ja schon alt.“ Und wenn man so ein bisschen darüber nachdenkt, dann wird einem ganz schnell selber klar, dass das alles nicht stimmen kann – also dass es physiologisch und biochemisch und chemisch nicht so richtig Sinn macht.

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Über die Autorin

Simone Koch ist Expertin für Autoimmunerkrankungen. Sie beschäftigt sich vor allem mit Hashimoto und Darmerkrankungen. Zusätzlich entwickelt Sie neue Rezepte für Menschen mit Nahrungsmittelintoleranzen.

Disclaimer: Dr. Simone Koch ist auf diesem Blog nicht als Ärztin tätig. Sie führt hier keine Behandlungen oder Beratung von Patienten durch. Sie veröffentlicht hier ausschließlich Ihre eigene Meinung und Erfahrungen rund um Autoimmunerkrankungen. Die in diesen Beiträgen enthaltenen Informationen können keine Beratung durch einen Arzt ersetzen, und sind keine medizinischen Anweisungen. Die Informationen dienen der Vermittlung von Wissen. Die Umsetzung von Therapien und Behandlungsplänen sollte mit einem qualifizierten Therapeuten erfolgen.

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