Autoimmunerkrankungen und Schwermetalle Teil 3 – Cadmium

Im ersten Teil der Serie „Autoimmunerkrankungen und Schwermetalle“ ging es um Quecksilber. Den Blogbeitrag findest du hier. Im zweiten Teil der Beitragsserie beschäftigten wir uns mit Amalgam. Thema des heutigen Beitrages ist Cadmium.

Warum sind Giftstoffe für Menschen mit Autoimmunerkrankungen relevant?

In unserem aktuellen Kurs „Gifte meiden und mindern“ sind Schwermetalle ein großes Thema. Aber warum sind sie so relevant? Wie kommen sie in unseren Körper und vor allem: wie wird man sie wieder los? Gerade für Menschen mit Autoimmunerkrankungen sind diese Giftstoffe ein großes Problem. Man geht davon aus, dass es eine bestimmte Wirkschwelle gibt. Wenn man zum Beispiel eine bestimmte Menge Blei zu sich nimmt, dann kann das zu Problemen führen. Es gibt Wirkschwellen – also dass man einer bestimmten Menge an Giftstoffen ausgesetzt sein kann, ohne dass es irgendwelche Probleme verursacht. Und dann gibt es das Gegenteil, wenn wirklich viel zu viel von einem Giftstoff da ist und es dann zu Problemen kommt.

Inzwischen weiß man, dass diese kumulieren. Das heißt, dass Giftstoffe in größerer Menge zusammenkommen und sich dann aufbauen. Hat man nun von ganz vielen verschiedenen Giftstoffen Kleinstmengen im Körper und Schwierigkeiten mit der Entgiftung, dann kann das dazu führen, dass sich wie ein hoher Turm aufbaut, der dann über einen zusammenbricht und man darunter begraben wird. Das nennt man Suszeptibilität.

Die Suszeptibilität – die Empfindlichkeit gegenüber Giftstoffen – ist sehr unterschiedlich in der Bevölkerung. Die Umweltmediziner sagen: Es gibt die „empfindlichen Hascherl“ und es gibt die „giftfesten Teutonen“. Tatsächlich ist das Quatsch. Also man kann das weder an der sonstigen Psyche noch an irgendetwas anderem festmachen. Aber es gibt eben tatsächlich genetische Prädispostionen, die dafür verantwortlich sind, dass man Giftstoffe schlechter aus seinem Körper bekommt und schlechter verstoffwechselt als andere. Und genau diese Menschenleiden oft an Autoimmunerkrankungen. Viele Giftstoffe – vor allen Dingen auch die Schwermetalle – werden direkt mit Immuninduktionen und mit der Entwicklung von Autoimmunerkrankungen in Zusammenhang gebracht, wie zum Beispiel Quecksilber. Dieser Giftstoff kann zum Beispiel direkt verantwortlich dafür sein, dass eine Autoimmunerkrankung zum Ausbruch kommt.

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Die entscheidenden genetischen Varianten hier sind die MTHFR-Mutation, das PON-Gen, die CBS-Mutation und die COMP-Mutation. Jetzt denkt ihr bestimmt: „Simone, was um Himmels Willen ist denn das bitte alles?“ Das soll heute aber nicht das Thema sein aber es ist wichtig zu wissen, dass es diese Gen-Mutationen gibt. Für heute heißt es einfach: bei Autoimmunerkrankungen hat man häufiger solche Mutationen und sie führen dazu, dass man mit Entgiftung in jeglicher Hinsicht Schwierigkeiten hat und dass sich diese Giftstoffe öfter anlagern und akkumulieren – also langfristig im Körper enthalten bleiben.

Was ist Cadmium?

Cadmium ist ein Schwermetall. Es hat glücklicherweise nicht die schlimme Eigenschaft von Quecksilber, sich im Gehirn anzulagern, weswegen man es – wenn man cadmiumbelastet ist – deutlich zügiger wieder los wird. Die Anlagerung von Cadmium erfolgt vor allen Dingen in der Niere. Was wahrscheinlich auch der Grund dafür ist, warum Cadmium, wenn es zu Krebs führt – und es hat eine cancerogene Wirkung – vor allen Dingen verantwortlich ist für Nierenkrebs. Da es cancerogen ist, gibt es für Cadmium keine Reizschwelle. Das heißt: keinerlei Menge von Cadmium ist eigentlich tolerabel.

Leider gibt es recht viele Menschen, die sich willentlich Cadmium zuführen – nämlich mit dem Rauchen. Tabak ist sehr stark cadmiumhaltig und so führt man sich selber sehr viel Cadmium zu. Deswegen ist die erste Frage, die ich einem Patienten stelle, wenn er Cadmium im Blut hat und vorher mir noch nicht verraten hat, ob er denn raucht, ob er denn wirklich nicht raucht oder doch ab und zu mal oder vielleicht andere Dinge, die er jetzt erst einmal so nicht erwähnen wollte. Und jetzt sollte man genauer darüber sprechen und aufklären, woher diese Cadmiumbelastung kommen kann. Leider sind auch Passivraucher betroffen. Im Passivrauch sind genauso viele dieser Giftstoffe enthalten wie wenn man es direkt inhaliert. Und auch starke Passivraucher – wenn man zum Beispiel mit einem Kettenraucher zusammenlebt oder mit jemandem, der in den Räumlichkeiten raucht, können dadurch cadmiumbelastet sein. Ansonsten ist es so, dass Cadmium viel im Boden vorkommt. Auch Cadmium gehört zu den Schwermetallen, die es schon immer gab – ähnlich wie beim Quecksilber –, und das können wir nicht aus unserer Umwelt verbannen.

Bestimmte Pflanzen gelten als Cadmium-Sammler

Bestimmte Pflanzen sammeln Cadmium. Das sind im Wesentlichen die Wurzelgemüse-Arten. Wurzelgemüse sammelt Cadmium und es lässt sich dann auch nicht einfach abspülen, sondern es ist in der Wurzel drin. Ein Risiko-Gemüse ist zum Beispiel die Rote Bete. Und dann ist es auch egal, ob man Bio Rote Bete kauft. Isst man sehr viel Rote Bete, dann kann auch daher eine Cadmiumbelastung kommen.

Ein weiterer häufiger Faktor sind Wildpilze. Bestimmte Arten sind extrem cadmiumbelastet und können zu einer massiven Belastung führen. Pilze sammeln ist ein schönes Hobby aber damit kann man sich teilweise akute Cadmiumvergiftungen zuführen. Deswegen sollte man davon lieber absehen. Vor allen Dingen der Schafschampignon. Das ist ein Pilz, der dem Champignon ähnelt – auch geschmacklich – und deswegen gerne gesammelt wird. Er kann eine so hohe Cadmiumbelastung haben, dass man eine akute Cadmiumbelastung davon bekommen kann.

Tattoo-Farben sind oft cadmiumbelastet. Vor allen Dingen alte Tattoo-Farben und insbesondere billige Farben. Deswegen würde ich ganz dringend davon abraten, sich irgendwo im Ausland tätowieren zu lassen. Für Deutschland gibt es inzwischen sehr strenge Beschränkungen. Früher wurde zum Beispiel teilweise mit Autolacken tätowiert, was natürlich katastrophale Auswirkungen auf die Giftstoffe im Körper haben kann. Die Tattoo-Studios in Deutschland stehen heute extrem unter Beobachtung und deshalb ist der Einsatz verbotener Farben nicht mehr zu erwarten. Aber wenn man sich zum Beispiel im Urlaub in Thailand einen Drachen auf den Rücken tätowieren lässt, dann kann es schon sein, dass man danach eine massive Cadmiumbelastung hat. Also insofern ist von so etwas lieber abzusehen.

Und dann kommt für mich ein letzter Punkt, wenn ich mich mit meinen Patienten auf die Suche mache, woher denn das Cadmium kommen kann. Ein Punkt, der vielen nicht gefallen wird: Sehr, sehr stark cadmiumbelastet sind die richtig guten teuren Kakaobohnen aus Südamerika. Und zwar in solchen Mengen, dass man sich schon über den Konsum von 100 Gramm guter dunkler Schokolade so viel Cadmium zuführen kann, dass man sich – wenn man diese über einen langen Zeitraum konsumiert – tatsächlich eine hohe Cadmiumbelastung zufügen kann. Also eine unterschwellige Vergiftung. Bei Menschen, die sehr gerne Schokolade essen, kann das durchaus vorkommen, dass sie am Tag 100 Gramm Schokolade verzehren. So viel ist das nämlich gar nicht. Richtig gute Schokolade kommt zum Beispiel aus Belize – also toller Kakao und Bio-Kakao. Leider sind diese Bohnen oft sehr stark cadmiumbelastet, sodass das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung sogar gefordert hat, dass jede importierte Kakaocharge, bevor damit etwas hergestellt werden darf, eigentlich untersucht werden sollte. Dieses Gesuch wurde abgelehnt, aber es wäre grundsätzlich sinnvoll.

Autoimmunerkrankungen und Schwermetalle Teil 3 – Cadmium und Schokolade

Auswirkungen von Cadmium

Warum ist es schlimm, wenn man eine Cadmiumbelastung hat? Cadmium imitiert die Wirkung von Östrogen im Körper, was ein ganz großes Problem sein kann. Das heißt, es kann zu Ödemen führen, zu Zysten an den Eierstöcken und in der Brust sowie zu Myomen, zu Auswüchsen an der Gebärmutter, zur Unfruchtbarkeit, zu ständiger östrogenbedingter – also in dem Fall dann cadmiumbedingter, aber wie bei Östrogenen bedingter Übelkeit und zum Ausbleiben der Menstruation. Sodass Frauen früher – also wenn Frauen zum Beispiel in Fabriken mit Cadmium gearbeitet haben –, oft dann dachten, sie wären schwanger, obwohl sie eigentlich eine Cadmiumvergiftung hatten, weil die Wirkungen so ähnlich sind.

Wie weiter oben schon beschrieben ist Cadmium cancerogen – es kann die Niere und auch die Nierenfunktion stark beeinträchtigen. Es kann dadurch zu Bluthochdruck, zu einer schlechtern Nierenfunktion und letztendlich zu Nierenkrebs führen. Und deswegen sollte man schauen, dass man Cadmium weitestgehend meidet.

Cadmium löst kein PCOS-Syndrom aus, aber die Symptome der Cadmiumvergiftung und Cadmiumbelastung können dem PCOS sehr stark ähneln. Also es kann so aussehen, als wäre es ein PCOS, obwohl es gar kein PCOS ist, sondern eine Cadmiumbelastung. Das ist jetzt aber nicht unbedingt so wahrscheinlich aber die Symptome ähneln einander. Es ist halt eben nicht das Gleiche. Es löst nicht die Erkrankung selber aus.

Fragen und Anmerkungen aus dem Live-Video

Sind zwei Rote-Bete-Knollen am Tag zu viel?

Ja, das ist eher zu viel. Es kommt aber auch darauf an, auf welchem Boden die Rote Bete gewachsen ist. Um für sich herauszukriegen, ob man eine Cadmium-Belastung hat, müsste man dann messen. Wenn man das als Einzelwert im Blut messen lässt, ist es auch nicht teuer. Eine Cadmium-Messung im Vollblut kostet 11 Euro. Ob man Rote Bete als Ganzes isst oder als Saft, ist egal. Also man nimmt davon trotzdem relativ viel auf. Es kann auch sein, dass man relativ viel Cadmium mit Rote Bete aufnimmt, man aber eine super Schwermetallentgiftung. Das hat wieder mit der Suszeptibilität zu tun. Es gibt Menschen, die entgiften Schwermetalle nahezu problemlos. Im letzten Jahrhundert gab es die „Arsenic Eaters“, die immer Arsen zu sich genommen haben als angeblichen Schutz vor anderen Giftstoffen. Die haben zum Teil 150 Milligramm Arsen am Tag gegessen. Wenn ich das essen würde, würde ich schlicht und ergreifend sofort tot umfallen und fast alle von euch auch. Also es gibt da bestimmte genetische Varianzen und eben auch die sogenannten giftfesten Teutonen.

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Über die Autorin

Simone Koch ist Expertin für Autoimmunerkrankungen. Sie beschäftigt sich vor allem mit Hashimoto und Darmerkrankungen. Zusätzlich entwickelt Sie neue Rezepte für Menschen mit Nahrungsmittelintoleranzen.

Disclaimer: Dr. Simone Koch ist auf diesem Blog nicht als Ärztin tätig. Sie führt hier keine Behandlungen oder Beratung von Patienten durch. Sie veröffentlicht hier ausschließlich Ihre eigene Meinung und Erfahrungen rund um Autoimmunerkrankungen. Die in diesen Beiträgen enthaltenen Informationen können keine Beratung durch einen Arzt ersetzen, und sind keine medizinischen Anweisungen. Die Informationen dienen der Vermittlung von Wissen. Die Umsetzung von Therapien und Behandlungsplänen sollte mit einem qualifizierten Therapeuten erfolgen.

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