Die Ursachen und Gründe für Verstopfungen haben wir bereits in Teil 1 Autoimmunerkrankungen und Verstopfung besprochen. Nun stellt sich natürlich die Frage, was man dagegen tun kann. Dazu werde ich euch in diesem Beitrag ein paar hilfreiche Tipps geben. Hierbei geht es einerseits um die schnelle Lösung akuter Probleme und zum anderen um langfristige Lösungen, um den Darm ins Gleichgewicht zu bringen.

Wie bekommt man die Verstopfung spontan in den Griff?

Es gibt zwei Stoffe, die sehr stark darmanregend wirken. In erster Linie ist es Magnesium. Das die Wirkung von Magnesium im wahrsten Sinne des Wortes durchschlagend ist, wissen alle, die schon einmal versucht haben, mit der Einnahme von Magnesium den Spiegel nach oben zu bringen. In einer bestimmten Menge ist Magnesium also ein gutes Abführmittel. Auf der anderen Seite ist Vitamin C eine hilfreiche Variante, um Verstopfungen zu lösen. Beide Stoffe lassen sich auffüllen bis zur sogenannten Darmschwelle.

Wenn wir Magnesium zu uns nehmen, dann versuchen wir normalerweise, so viele verschiedene Magnesiumsalze wie möglich zu verwenden. Möchten wir jedoch einen Durchfall erreichen, sollten wir nach Möglichkeit nur eine oder zwei der Salze dazu benutzen.

Da Magnesium Glycinat nicht so stark gesamtheitlich reizend ist, ist es ratsam, sich vorerst mit diesem zu behelfen. Damit man auch zu einem Ergebnis kommt, sollte die Menge überdurchschnittlich hoch sein. Bestenfalls nimmt man 600 Milligramm am Morgen ein und abends – wenn man dann wirklich endlich möchte, dass etwas passiert – sind nochmal 1.500 Milligramm Magnesium Citrat auf einmal meine Empfehlung.

Dazu verteilt man über den ganzen Tag Vitamin C – und zwar so viele Dosen wie möglich. Fünf, sechs, sieben Mal am Tag 1.000 Milligramm Vitamin C. Es sollte nach Möglichkeit ein gepuffertes Vitamin C sein, denn mit der Einnahme von zu viel nicht gepuffertem Vitamin C kann es sein, dass man Schmerzen bekommt. Wenn es also zu sauer ist, wird der Magen sauer, was sehr unangenehm ist.

Optimalerweise nimmt man zu den beiden Stoffen auch noch ein bisschen resistente Stärke dazu – so ein Achtel Teelöffel. Dann sollte der Durchfall normalerweise nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Wenn allerdings wider Erwartend nichts passiert und man schon relativ verzweifelt ist und gerne möchte, dass sich der Darm entleert, dann hilft nur noch ein sogenannter Vitamin C Flush. Es muss dann unbedingt gepuffertes Vitamin C sein. Trotzdem ist es möglich, dass der Durchfall unangenehm werden und es im Bereich des Anus zu Schmerzen kommen kann.

Was ist ein Vitamin C Flush?

Mit einem Vitamin C Flush wird der Darm einmal komplett durchgereinigt. Am Morgen nimmt man einen Teelöffel Vitamin C – bestenfalls unmittelbar nach dem Aufstehen auf leeren Magen. Anschließend wird jede Viertelstunde ein weiterer Teelöffel Vitamin C genommen.

Wichtig dabei: Der eine Teelöffel gilt für Menschen, die ansonsten gesund sind. Wer eine schwere chronische Erkrankung hat – insbesondere eine infektiöse Krankheit – nimmt bestenfalls zwei Löffel Vitamin C, denn der Bedarf ist in dem Fall deutlich erhöht.

Die viertelstündliche Einnahme-Prozedur macht man so lange, bis wirklich wasserartiger Stuhlgang kommt. Die Einnahme sollte also nicht abgebrochen werden, wenn so ein bisschen was tut, sondern erst, wenn der Stuhl so richtig wie Wasser ist.

Wenn dadurch kein Stuhlgang auslösbar ist, dann sollte man unbedingt und so schnell wie möglich zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren. Dort muss geklärt werden, woran es sonst noch liegen kann, dass sich der Darm nicht entleert. Eine chronische Verstopfung ist grundsätzlich klärungsbedürftig.

Wie kann man sich langfristig vor Verstopfungen schützen?

In diesem Zusammenhang halte ich Probiotika für ganz, ganz wichtig. Diese sollten die Darmflora stärken und insgesamt dafür sorgen, dass eine vernünftige Flora vorhanden ist, die den Stuhlgang mit antreibt. Meine Empfehlung dazu sind Präparate von Ther-Biotic und Klaire Labs, denn diese enthalten keinerlei Getreide und auch keine Maisstärke. Noch dazu haben sie eine hohe Diversität. Es gibt diese Präparate ebenso für Kinder und für ältere Menschen sowie etwas speziellere für Leute, die eine Histaminintoleranz haben (in diesem Fall Ther-Biotic Faktor 4 und Faktor 6).

Resistente Stärke sollte man zusätzlich nehmen – täglich einen Achtel Teelöffel voll und dies jeden Tag um einen weiteren Achtel Teelöffel erhöhen.

Weiterhin sind Digestive Enzymes sehr wichtig, die ebenfalls genommen werden sollten – möglichst hochdosiert wie beispielsweise Digest Gold. Ich rate zu vier Stück davon und dann zu schauen, wie es einem damit geht. Gegebenenfalls kann man das dann nach und nach herunterdosieren auf drei, auf zwei, auf ein Stück. Anschließend kommt man vielleicht mit dem normalen Digest aus, welches niedriger dosiert ist. So herum ist es meiner Meinung nach besser als wenn man super niedrig dosiert anfängt und das Gefühl hat, dass es überhaupt nicht hilft. Man kommt auf diese Art letztendlich weitaus günstiger damit.

Der letzte wichtige Punkt ist Magensäure. Wenn der Darm nicht richtig arbeitet und der Weitertransport im Darm nicht vernünftig funktioniert, ist die Ursache dafür häufig, dass zu wenig Magensäure vorhanden ist. Insofern ist dies auch sinnvoll, damit man bezüglich Verstopfung eine langfristige Verbesserung erreichen kann.

Autoimmunerkrankungen und Verstopfung - Magenwohlsein

Ergänzende Hinweise zur Ursachenforschung

Eine mögliche Ursache neben zu wenig Magensäure und den bereits im Teil 1 genannten Möglichkeiten ist SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth). Mittels eines Atemtests lässt sich herausfinden, ob man von SIBO betroffen ist. Dieser Test kann mit Glucose oder mit Laktose erstellt werden. Eine Flüssigkeit wird getrunken und dann über den Atemtest geschaut, wie viel Wasserstoff ausgeschieden wird und ob Bakterien enthalten sind. Man sollte jedoch dazu wissen, dass dieser Test eine relativ schlechte Spezifität hat. Er kann also durchaus negativ ausfallen und man hat es trotzdem.

Parasiten sind ebenfalls eine häufige Ursache für Verstopfungen. Es gibt diesbezüglich zwei Möglichkeiten: die immunologische und die mikroskopische. Ich rate jederzeit zu beiden Varianten, denn es kann gut sein, dass die Parasiten dem einen oder dem anderen Test „entkommen“ können.

Insgesamt wird man Parasiten oft nur sehr schwer habhaft in Tests. Deswegen macht es unter Umständen Sinn, dass das mehrmals geprüft wird. Wenn man sich relativ sicher ist, dass man einen Parasiten hat, ist eine Wurmkur sinnvoll, auch wenn diese Methode mehr oder weniger brutal ist. Man kann dazu Vermox nehmen. Das ist Mebendazol und das tötet am meisten ab. Ansonsten ist Clont eine Möglichkeit, um auch den letzten Parasiten zu erwischen, den Mebendazol eventuell nicht erwischt hat. Clont ist allerdings schon relativ heftig und räumt den Darm dann mal so richtig leer, weshalb ich diesbezüglich erst einmal eher zurückhaltend wäre. Das sind die beiden Hauptmittel. Mebendazol nimmt man üblicherweise über drei Tage, so dass die Belastung für den Gesamtorganismus nicht ganz so groß ist.

Wenn man den Verdacht hat, dass es an der Schilddrüse liegen könnte oder an der Nebenniere, dann ist es unbedingt ratsam, die Schilddrüse diagnostizieren zu lassen und den adrenalen Stressindex (ASI) sowie damit verbunden den Cortisolspiegel zu testen, um zu schauen, ob dort irgendwelche Auffälligkeiten vorliegen.

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