Hashimoto und Ernährung – Teil 2

Im zweiten Teil unserer Serie “Hashimoto-Thyreoiditis und Ernährung” reden wir heute noch über ein paar andere Stoffe und beginnen als erstes mit den Agglutininen.

Agglutinine
finden sich zum Teil auch im Getreide, aber im Wesentlichen in Hülsenfrüchten. Agglutinine können dafür sorgen, dass die Blutzellen miteinander verklumpen und im schlimmsten Fall in sehr großen Dosen zur Hämolyse führen. Man findet sie in relativ großen Mengen in Nahrungsmitteln wie Quinoa oder Amaranth. Deswegen wird beispielsweise vor dem hohen Verzehr von Kidney Bohnen oder von Quinoa in der Schwangerschaft gewarnt. Es kann eventuell zu hämolytischen Prozessen kommen und deswegen wird schwangeren Frauen geraten, zumindest keine großen Mengen dieser Nahrungsmittel zu verzehren. Von manchen Seiten wird sogar gewarnt, diese Lebensmittel überhaupt zu essen. Allerdings müsste man, um eine Hämolyse auszulösen, wenn man nicht besonders empfindlich ist, schon riesige Mengen von den Lebensmitteln, die Agglutinine enthalten, zu sich nehmen.

Bestimmte Lebensmittel enthalten besonders schwerwiegende Agglutinine, wie zum Beispiel die Rizinusbohne. Hier können schon kleinste Mengen tödlich sein. Davon sollte man sich fernhalten. Die Agglutinine können auch Verbindungen eingehen mit Kohlenhydraten, die dann in die Darmwand aufgenommen werden und die Enterozyten schädigen oder zerstören können. Das Schlimme an diesen Lebensmitteln ist, dass sie weitestgehend hitzestabil sind. Man wird sie teilweise nur los, wenn man die Bohnen lange einweicht, abgießt, erneut einweicht und dann sehr lange kocht. Dann wird mit dem Einweichwasser ein Teil davon entsorgt, aber es bleibt weiterhin immer eine relativ problematische Geschichte.

Saponine
Eine weitere Stoffgruppe, die wir möglichst meiden sollten, sind Saponine. Saponine können Poren in der Darmmauer bilden und dadurch Darm Permeabilitätsstörungen verursachen und die Aufnahme bestimmter Mineralstoffe sehr stark hemmen. Saponine finden sich zum Beispiel sehr stark in Wildkräutern, weswegen man vorsichtig sein sollte. Ein Beispiel sind Wildkräuter-Smoothies. Einerseits hat man mit dem Verzehr dieser Wildkräuter-Smoothies einen ganz hohen Benefit auf der Nährstoffseite, andererseits kann die sehr hohe Aufnahme von Saponinen (beispielsweise in Brombeerblätter oder Himbeerblätter) Durchfälle verursachen und auch zu Darmschmerzen führen. Ich habe eine zeitlang sehr viele grüne Smoothies getrunken und habe für mich festgestellt, dass ich Dinge, die ich normalerweise nicht roh essen würde, auch im Smoothie nicht roh trinken sollte, wie zum Beispiel Himbeerblätter und Brombeerblätter, weil das bei mir massive Durchfälle auslöst.

Alkaloide
Und eine letzte Gruppe sind die Alkaloide. Die Empfindlichkeit von Menschen ist hierbei sehr unterschiedlich. Auch Alkaloide können direkt Darm Permeabilitätsstörungen verursachen und zum Teil erhebliche Entzündungsprozesse anregen und sehr problematisch sein. Alkaloide finden wir auch teilweise in Wildkräutern, sie sind zum Teil auch in Schädlingen und an Korn enthalten und sollten nach Möglichkeit vermieden werden.

Besonders wichtig ist die Tatsache

dass bestimmte Agglutinine eine Triggerung des Th1 Systems verursachen können. Th1 ist der angeborene Anteil des Immunsystems und ungefähr 80 Prozent aller Hashimoto erkrankten Menschen haben eine Überaktivierung des Th1 Systems und deswegen sind die Th1 stimulierenden Agglutinine für sie umso kritischer. Das muss man für sich selber herausfinden, da die Empfindlichkeit sehr unterschiedlich ist. Ich selber bin überaus empfindlich und bekomme davon wirklich Schmerzen wie beispielsweise starke Darmschmerzen. Gluten ist bei mir ganz stark, aber Agglutinine (Hülsenfrüchte) sind fast noch stärker. Wenn ich Hülsenfrüchte gegessen habe kann ich sozusagen spüren, wie sich mein ganzer Darm entzündet und auch zum Teil schmerzhaft wird und es kann dann auch zu Blutauflagerungen und Blutstühlen kommen. Das muss für dich natürlich nicht gelten. Es kann bei dir zu anderen Symptomen führen.

Agglutinine finden sich auch vermehrt in Nachtschattengewächsen und das ist auch der Grund, warum die Nachtschatten im Autoimmunprotokoll nicht enthalten sind und Unverträglichkeiten auf der Ebene können sich zum Teil dann zwei Wochen hinziehen, bis es wieder besser wird. Wer also eine Unverträglichkeit von Nachtschattengewächsen hat, der merkt oft, dass die Symptome nach dem Konsum noch sehr lange anhalten und stark ausgeprägt sein können. Ähnlich stark oder sogar stärker wie bei Gluten- oder anderen Intoleranzen. Besonders wichtig ist hier wieder, dass es individuell ist. Es kann sein, dass du eine Unverträglichkeit von Nachtschattengewächsen hast aber Gluten für dich völlig unproblematisch ist. Wobei Gluten eine ganze Menge andere Probleme am Darm verursachen kann, die von der immunologischen Lage völlig unabhängig sind. Wenn du dazu genaueres wissen möchtest, dann schaue dir unser kostenloses Webinar zum Thema Gluten an.

Ernährung Webinar

Grundsätzlich ist es so, dass bestimmte Pseudogetreide oder auch Getreide wie Reis und Hafer problemlos gegessen werden können aber das eben Nachtschatten enorme Probleme darstellen können. Oder, dass Hülsenfrüchte relativ unproblematisch sind, vor allen Dingen wenn du vielleicht indische oder asiatische Wurzeln hast. Dann kann es sein, dass du Hülsenfrüchte ziemlich gut verträgst aber dass bestimmte Weizen- und Getreidearten, die für dein evolutionäres Genmaterial sehr neu sind, für dich einfach eine große Problematik darstellen. Das muss man ganz individuell für sich ermitteln. Man muss ich bewusst machen, dass es nicht die eine Ernährung gibt, die für jeden super funktioniert. Außerdem halte ich persönlich es auch nicht für sinnvoll über Monate und Jahre im Autoimmunprotokoll zu bleiben, sondern ich rate jedem, für sich persönlich herauszufinden, was der eigene Trigger ist, wo das Problem liegt, was tunlichst vermieden werden sollte und welche Nahrungsmittel überhaupt kein Problem sind und damit ein Teil einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung für einen selbst sein sollten.

Noch mehr Informationen zum Thema Hashimoto und Ernährung findest du hier im dritten Teil unserer Serie.

Treffe Gleichgesinnte auf unserer Facebookseite

Erfahre noch mehr über Hashimoto und tausche dich mit Gleichgesinnten zu diesem Thema aus. Hier geht es zu unserer Facebookseite.

Detox Webinar

Über die Autorin

Simone Koch ist Expertin für Autoimmunerkrankungen. Sie beschäftigt sich vor allem mit Hashimoto und Darmerkrankungen. Zusätzlich entwickelt Sie neue Rezepte für Menschen mit Nahrungsmittelintoleranzen.

Disclaimer: Dr. Simone Koch ist auf diesem Blog nicht als Ärztin tätig. Sie führt hier keine Behandlungen oder Beratung von Patienten durch. Sie veröffentlicht hier ausschließlich Ihre eigene Meinung und Erfahrungen rund um Autoimmunerkrankungen. Die in diesen Beiträgen enthaltenen Informationen können keine Beratung durch einen Arzt ersetzen, und sind keine medizinischen Anweisungen. Die Informationen dienen der Vermittlung von Wissen. Die Umsetzung von Therapien und Behandlungsplänen sollte mit einem qualifizierten Therapeuten erfolgen.

x

Hol dir das kostenlose Autoimmunhilfe Power Paket samt „Handbuch: Nähr- und Vitalstoffe“, Rabattcodes für Supplemente und vielem mehr:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen