Hashimoto und Ernährung – Teil 3

Weitere Punkte im Rahmen der Ernährung und Hashimoto-Thyreoiditis, auf die man achten sollte, sind zum einen Dinge, die den Darm tatsächlich schädigen, also Giftstoffe.

Alkohol
Ein ganz großer Punkt ist Alkohol. Jedes Mal, wenn man Alkohol zu sich nimmt, wird der Darm auf jeden Fall durchlässig. Das ist bei jedem so, es kommt zum Auseinanderweichen. Viele kennen es, dass, wenn man bestimmte Alkoholika getrunken hat, man am nächsten Tag Durchfall hat oder zumindest deutlich weicheren Stuhl. Das hat damit zu tun, dass der Darm durchgängig wird und es kommen Stoffe raus, wie zum Beispiel unter anderem auch Wasser, die lieber im Darm drin bleiben sollten. Alkohol führt damit auch zu Mineralstoffverlust und diversen anderen Problemen. Im Rahmen einer Ernährung, die eine entzündliche Situation im Darm so weit wie möglich zurückzubringen, sollte man auf Alkohol zunächst vollständig verzichten und später sollte Alkohol sehr selten getrunken werden. Wenn es zu einem Alkoholverzehr kommt, dann muss man wissen, dass der Darm deutlich durchlässiger wird in den nächsten 24 Stunden. Und in diesen 24 Stunden nach dem Alkoholgenuss, solltest du besonders intensiv darauf achten, keine Fremdproteine zu dir zu nehmen, die sehr starke Trigger sein können wie zum Beispiel Gluten.

Zucker
Ein weiterer Punkt ist Zucker, der auch sehr sehr kritisch ist. Wenn man viel Zucker isst und es zu sehr hohen Blutzuckerspitzen kommt, dann muss der Körper den Zucker irgendwo loswerden und es kommt zur sogenannten Glykierung. Bei der Glykierung wird ein Zuckermolekül auf ein Protein sozusagen daraufgesetzt und das hat dann quasi einen lustigen Hut auf und damit kann der Körper es nicht mehr als eigen erkennen. Das wiederum ist dann problematisch und gar nicht mehr lustig, denn es wird von dem überreaktiven Immunsystem angegriffen und kann eine Triggerung des Immunsystems hervorrufen.

Verdicker
Weiter stellen in der Ernährung die Verdicker eine Problematik dar. Vor allen Dingen in den industriell gefertigten Produkten und insbesondere in den glutenfreien Produkten werden Verdicker benötigt. Gluten wird ja auch Weizenkleber genannt und sorgt dafür, dass die Weizenproteine fest zusammenkleben. Nimmt man nur Gluten zum Beispiel, dann kann man das so aufblasen wie einen Luftballon weil es eine sehr feste Struktur, eine sehr feste Außenhülle bildet.

Glutenfreie Getreide und Produkte haben diese Fähigkeit des Zusammenhaltens nicht und dadurch auch nicht die Fähigkeit, Luft zu halten und dadurch gehen sie nicht so schön, halten die Luft nicht vernünftig da drin und das ist einfach das Problem. Und um dem entgegenzuwirken, werden Verdicker benutzt. Verdicker haben leider die Eigenschaft, dass sie meistens ein Leaky Gut, also Darm Permeabilitätsstörung auslösen.

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Diese sind teilweise extrem, wie Studien bei Ratten oder anderen Nagern gezeigt haben. Um zu sehen, was Darm Permeabilitätsstörung verursachen, gibt man denen Karagen. Karagen ist ein Verdicker aus Algen, der vor allen Dingen in den veganen Gemeinden sehr viel und gerne zum Kochen benutzt wird. Und das sorgt dann dafür, dass der Darm extrem durchlässig wird. Und auch Xanthan stellt ein großes Problem dar. Xanthan wird zusätzlich auch gerne von den bestimmten Bakterien im Dickdarm in großen Mengen gegessen und hat zum Beispiel bei Nagern, wenn man es ihnen verabreicht hat, dazu geführt, dass der Dickdarm geplatzt ist.

Ich habe zum Beispiel vor ein paar Tagen mit meinen Kindern zusammen glutenfreie Fischstäbchen gegessen und trotz einer sehr geringen Menge hatte ich kurz daraufhin schweren Durchfall und Bauchschmerzen. Und auch mein jüngster Sohn hatte die selben Beschwerden. Unter Umständen waren das nämlich einfach diese Verdicker, die verwendet werden damit eine knusprige und feste Hülle entsteht. Grundsätzlich sind die Verdicker für den Darm und für den Menschen nicht besonders günstig.

Zusammengefasst bedeutet das,
dass man Alkohol, Verdicker und künstliche Stoffe in der Richtung meiden und auf große Mengen Zucker verzichten sollte. Bei Zucker gilt dies übrigens für alle Zucker-Arten. Es spielt keine Rolle, ob ihr eine Packung Medjool Datteln esst oder einen Kuchen backt, der 250 ml Ahornsirup enthält. Zucker ist Zucker, egal welchen Ursprungs. Es gibt auch genug dokumentierte Fälle bei Diabetes aus der Frühzeit, als es noch keinen industriellen Zucker gab, von sehr reichen Menschen, die zum Beispiel ihre Speisen mit sehr viel Datteln und Dattelsirup süßen konnten. Die Dattel bringt zwar ganz viele gute Nährstoffe mit und ist eine Süßigkeit, die man zwischendurch mal essen kann und die natürlich deutlich besser ist als vergleichsweise ein Teelöffel industrieller weißer Zucker. Aber nichtsdestotrotz enthält auch eine Dattel immer noch sehr viel Zucker und es geht einfach um das Maß. Und das sollte eben immer ein sehr kleines sein denn das ist das Entscheidende.

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Über die Autorin

Simone Koch ist Expertin für Autoimmunerkrankungen. Sie beschäftigt sich vor allem mit Hashimoto und Darmerkrankungen. Zusätzlich entwickelt Sie neue Rezepte für Menschen mit Nahrungsmittelintoleranzen.

Disclaimer: Dr. Simone Koch ist auf diesem Blog nicht als Ärztin tätig. Sie führt hier keine Behandlungen oder Beratung von Patienten durch. Sie veröffentlicht hier ausschließlich Ihre eigene Meinung und Erfahrungen rund um Autoimmunerkrankungen. Die in diesen Beiträgen enthaltenen Informationen können keine Beratung durch einen Arzt ersetzen, und sind keine medizinischen Anweisungen. Die Informationen dienen der Vermittlung von Wissen. Die Umsetzung von Therapien und Behandlungsplänen sollte mit einem qualifizierten Therapeuten erfolgen.