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  1. Mikronährstoffe bei Autoimmunerkrankungen
  2. Zink bei Autoimmunerkrankungen
  3. Eisen bei Autoimmunerkrankungen
  4. Selen bei Autoimmunerkrankungen

Weitere Mikronährstoffe folgen!

Im folgenden Beitrag geht es um den Mikronährstoff Zink. Viele Menschen kennen Zink nur von Metalllegierungen. Es ist aber auch ein sogenanntes metallisches Spurenelement und ist somit an den Metalloenzymen beteiligt. (Erklärungen zu den Metalloenzymen werde ich später im Text noch geben.) Zink ist an über 300 Enzym-Systemen in unserem Körper beteiligt. Das sind ziemlich viele. Wenn man nun schaut, wo man am meisten Zink in unserem Körper findet – nämlich in den Hoden, im Ovar, im Knochen, in den Haaren und in der Bauchspeicheldrüse -, bekommt man bereits eine Idee, für welche Organe Zink besonders wichtig ist. (Generell gilt, dass Zink dort, wo es besonders viel zu finden ist, auch besonders wichtig ist.)

Somit wird ziemlich schnell deutlich, dass Zinkmangel beispielsweise für die Funktion der Bauchspeicheldrüse problematisch sein kann. Die Bauchspeicheldrüse benötigt Zink nämlich, um bestimmte Enzym-Systeme, wie zum Beispiel Insulin, in ausreichender Menge produzieren zu können bzw. sauber ablaufen zu lassen. Zinkmangel kann unter anderem Insulinresistenzen und Glukosetoleranzstörungen auslösen. Glukosetoleranzstörung bedeutet, dass der Körper mit Glukose schlechter zurechtkommt.

Bei Insulinresistenz denken viele sicherlich gleich an Diabetes. Allerdings gibt aber auch ganz viele Insulinresistenzen, die noch nicht in Richtung Diabetes gehen. Bei Leuten mit Autoimmunerkrankungen sind vor allen Dingen Probleme mit Blutzuckerschwankungen und hohen Blutzuckerspiegeln extrem häufig. Viele kommen einfach mit starken Dysregulationen im Blutzuckerspiegel nicht gut zurecht. Sie bekommen dann Herzrasen, Unruhegefühl, Stressintoleranz, extreme Müdigkeit oder ganz krasse Fatigue-Zustände, die plötzlich irgendeinem Zusammenhang mit dem Essen auftreten. Diese Erscheinungen können natürlich viele Ursachen haben, aber eine (Mit-)Ursache kann Zinkmangel sein.

Wie kann ich Zinkmangel feststellen?

Zinkmangel stelle ich fest, indem ich Blut im Vollblut abnehme. Das Blut unterteilt sich ja einmal in die Zellen, die im Blut herumschwimmen und in das Serum, die Flüssigkeit, in der die Zellen herumschwimmen. Vollblut zu testen, bedeutet nun also, das abgenommene Blut noch einmal ordentlich durchzuschreddern, sodass alle Zellen kaputtgehen. Wenn ich einen bestimmten Stoff untersuchen möchte, kann ich so gucken, wie viel von dem Stoff in diesem geschredderten Blut drinnen ist. Eine andere Variante ist im Serum zu untersuchen. Dabei wird einfach das Wasser, in dem die Zellen geschwommen sind, untersucht. Habe ich allerdings einen Stoff, der hauptsächlich intrazellulär vorkommt, erwischt man mit dieser Methodik viel Schwebewasser. Um das zu veranschaulichen, nehmen wir ein Beispiel zur Hand: Ich möchte wissen, wieviele Container auf dem Kahn im Fluss sind. Untersuche ich nun das Wasser vom Fluss, erhalte ich keine wirklich gute Antwort auf meine Frage. – Und so ähnlich ist es eben auch mit Mikronährstoffen. Deswegen sollten Stoffe, die viel intrazellulär vorkommen, bitte im Vollblut überprüft werden!
 

Gehe ich dann zu meinem Hausarzt und sage: „Hier Hausarzt, teste mich mal bitte auf Zinkmangel.“, kann es sein, dass der Arzt ein bisschen mit den Augen rollt und sagt: „Halt, diesen Quatsch braucht man nicht.“ Was nun? Ärzte meinen das nur gut. Viele von ihnen glauben wirklich, dass solch ein Test nicht nötig ist und wollen verhindern, dass wir unnötig Geld ausgeben. An dieser Stelle kann man aber einhaken und sagen: „Ich will das aber und ich zahle das selbst.“ und dann klappt es meistens auch. Notfalls müsst ihr wirklich darauf beharren. Wichtig ist noch, auf das Vollblut zu bestehen. Eigentlich darf das auch nicht mehr kosten, da die Kosten für all jene Testverfahren festgelegt sind. Normalerweise ist Zink zusammen mit Selen bei Schilddrüsen- oder bei Autoimmunerkrankungen im Allgemeinen ein Wert, der auch auf Kasse überprüft werden kann. Das heißt, dass Zink- und Selen-Überprüfung von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, wenn es dafür eine Begründung gibt. Das finde ich ganz nützlich zu wissen! Ansonsten sollte die Bestimmung des Wertes so um die 11 Euro kosten. Er sollte nicht deutlich über diesem Betrag liegen! Manchmal hört man von Kosten von 24 bis 30 Euro. In diesen Fällen wird dann unnötig draufgeschlagen. 11 Euro allerdings finde ich ja einen fairen Preis. Das kann ich mir zwischendurch mal leisten. Zwar kenne ich dann lediglich meinen Zinkwert, aber das ist schon einmal ein Ansatzpunkt.

Immerhin ist Zink ein Bestandteil des Insulins. Zink ist superwichtig für die DNA-Synthase. Das heißt, alles was in unserem Körper an DNA neu gebildet werden muss, ist immer ganz stark zinkabhängig. Dementsprechend gehen alle Erkrankungen, die einen hohen Umsatz haben – also dort, wo viele große Flächen bzw. Gewebe verloren gehen wie zum Beispiel bei Rheuma, Psoriasis, Neurodermitis oder dort, wo sich große Oberflächen entzünden wie zum Beispiel im Darm bei Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa – mit Zinkmängeln einher. Deshalb können die benannten Erkrankungen im Umkehrschluss auch deutlich besser werden, wenn man Zink in ausreichender Menge zu sich nimmt. Betrachten wir einmal das Beispiel der Neurodermitis näher: Neurodermitis ruft durch Entzündungen Zinkmangel hervor. Gleichzeitig führ Zinkmangel dazu, dass die Neurodermitis schlimmer wird. Das ist ein „circulus vitiosus“ (Teufelskreis).

Ich muss also meinen Zink-Wert überprüfen – Das ist ganz wichtig! Parallel dazu wird die Protein-Bio-Synthese gesteigert. Das heißt, alles, was an Material produziert werden soll (Knochen, Muskeln usw.), braucht viel Zink. Deswegen ist Zink auch, wenn man viel Sport treibt, extrem wichtig. Zeitgleich speichern die Hoden und das Ovar (Eierstock) ganz viel Zink, welches sie für ihre Hormonsynthese benötigen. Wenn ich Kinder kriegen will, sollte ich auf einen guten Zink-Haushalt oder -Spiegel achten! Auch der Testosteronspiegel hängt ganz stark mit vom Zink ab. Deswegen solltet ihr Zink zu euch nehmen, wenn ihr Kraftsport macht und Muskeln aufbauen wollt.

Eine bedeutende Rolle spiel Zink im Immunsystem für die Ausreifung der zellulären Immunantwort. Die T-Lymphozyten (die sogenannten „Natural Killer Cells“) sind in ihrer Ausreifung zinkabhängig. In der Medizin weiß man, dass bei einem Zinkmangel schon relativ schnell eine deutliche Reduktion dieses Teils des Immunsystems auftreten kann. Die Tür für virale Infektionen wird geöffnet. Daher kommt auch der Rat, bei Erkältungen Zink einzunehmen. Viele denken, dass eine dauerhafte Zinkeinnahme über den Winter sogar Erkältungen vorbeugt. Das stimmt, wenn man mit der Zinkeinnahme einen Zinkmangel ausgleicht. Ist kein Mangel da und das Problem liegt anders begründet, wird die Zinkeinnahme keine Wirkung zeigen. Liegt Zinkmangel allerdings der häufigen Infektionsrate zu Grund, dann ist Zink auf jeden Fall eine gute Idee und sollte ausprobiert werden.

Das wirklich Krasse ist nämlich, dass bei Autoimmunerkrankungen ein Besuch beim Immunologen so ähnlich enden könnte: Dein System ist ganz schlecht; die T-Lymphozyten sind alle ziemlich am Boden; die Natural Killer Cells sind schlecht. In dieser Situation könnte man jetzt sagen „Oh Gott, ich bin total krank.“ Und natürlich können diese schlechten Werte das Ergebnis eines schwer zu behebenden Problems sein. Aber eventuell habt ihr auch einfach nur einen krassen Zinkmangel. – Deshalb macht es Sinn, Zink zu testen, bevor ich alle anderen Hebel in Bewegung setze.

Warum haben Autoimmunerkrankte so oft einen krassen Zinkmangel?

Die eine ganz große Ursache ist wieder der Darm mit Leaky-Gut, Darmpermeabilitätsstörung und ähnlichem. Zink wird dann deutlich schlechter aufgenommen und läuft zum Teil auch oft über den Darm wieder raus aus dem Körper. Es kommt zum Zinkmangel. Vor allen Dingen ist das der Fall, wenn ein bestimmter Anteil des Darms entzündet ist. Häufig ist der Übergang zwischen Crohn-Darm, Enddarm und Zwölffingerdarm betroffen.  Eine andere Ursache des Zinkmangels ist die ständige Entzündung im Darm, welche einen erhöhten Umsatz bedingt. Durch die Entzündungen müssen kontinuierlich Reparaturmaßnahmen, die viel Zink verbrauchen, stattfinden. Gleiches kann sein, wenn nun die Gewebe an der Schilddrüse zerstört werden. Ganz schlimm ist dieser Prozess auch bei den Hauterkrankungen oder bei den hochinflammatorischen Gelenkserkrankungen, bei denen sehr, sehr viel Material kaputtgeht und repariert werden muss.

Dementsprechend ist es wichtig, den Zinkmangel zunächst durch Zufuhr auszugleichen. Allerdings ist das Problem – wie bereits beschrieben ein „circulus vitiosus“(Teufelskreis). An einer Stelle muss ich einen Cut setzen., Durch Zinkzufuhr habe ich den ersten Cut gesetzt. Danach sollte jedoch geschaut werden, woher das Problem des Zinkmangels eigentlich kommt. Wenn die eigentliche Erkrankung Auslöser des Problems ist, dann kann ich versuchen die Erkrankung selber zu bekämpfen. Aber da muss man nicht so viel machen. Wenn es zum Beispiel ein chronisch-entzündliches Darmproblem ist, was aber nicht direkt autoimmunbedingt ist (also Zöliakie, Colitis oder rosa Morbus Crohn), muss man nochmal gesondert an die Ursachen der Erkrankung herangehen. Aber wenn es halt „nur“ Leaky-Gut ist, dann sollte man versuchen die Löcher zu stopfen, damit Zink dort bleibt, wo er hingehört.

Wie führe ich Zink extern zu?

Für die externe Zufuhr von Zink gibt es verschiedenste Zinkpräparate. Wichtig ist, dass das Zink besonders gut aufgenommen wird, wenn es an eine Aminosäure, wie zum Beispiel Zinkorotat, gebunden ist. Es gibt noch viele andere Zink-Verbindungen, die gut aufgenommen werden. Zinksalze oder Zinksulfat werden allerdings eher nicht so gut aufgenommen. Weiterhin finde ich es wichtig folgendes zu bedenken: Zink-Picolinat zum Beispiel wird um 2 bis 3 Prozent besser aufgenommen als Zinkorotat. Dafür ist letzteres aber nur 2/3 vom Preis des vermeintlich besseren Präparats. Da macht es meiner Meinung nach Sinn, das günstige Präparat zu kaufen und davon eher ein bisschen mehr zu nehmen, als das teure Präparat zu kaufen und diese gering bessere Absorption zu haben.

Zink Asporotate

Zink mit Zinkorotat kaufen

„Ein bisschen mehr zu nehmen …“ ist ein gutes Stichwort. Mit Zink kann man sich schwer vergiften! So hat man zum Beispiel bei einigen Leuten festgestellt, dass sie eine deutliche Verminderung der Eisen Aufnahme hatten, nachdem man ihnen länger als 10 Wochen Zink in hoher Dosis gegeben hatte. Dadurch haben sie Kupfermängel entwickelt. Das kann schon gefährlich werden! Auch hier können wieder Störungen im Immunsystem auftreten, die dann durch den Zinküberschuss bedingt sind. Wenn man sehr große Zinkmengen einnimmt, dann bekommt man einen metallischen Geschmack im Mund, Haarausfall und auch wieder diverse andere Symptome.

Deswegen ist vor allen Dingen mit den Mineralstoffen immer Vorsicht geboten! Das sind alles Stoffe, die zwar gut sind, aber nur in Maßen. Bei den wasserlöslichen Vitaminen sieht es ein bisschen anders aus. Die kann man ruhig auch mal eine ganze Weile nehmen, ohne dass viel passieren kann. Die nicht wasserlöslichen Vitamine sind allerdings ebenfalls sehr gefährlich! Deswegen ist es ganz, ganz wichtig da zu gucken, wie viel man einnimmt. Meiner Meinung nach ist das ohne Kontrollen nicht möglich. Wenn jemand 2 bis 3 Wochen das Zehnfache von dem nimmt, was an Zink empfohlen ist, dann wird wahrscheinlich nicht so viel passieren.

Ich selbst hatte therapierefraktär (das heißt, die Therapie wirkt nicht) bestehende Zinkmängel, die zum Teil auch wirklich dramatisch niedrig waren. Deswegen kam ich auch mit vielen Sachen einfach nicht in die Gänge. Viele haben ja auch mitbekommen, dass ich unter anderem pausenlos krank bin. Jetzt ist das deutlich besser! Seit immerhin 3 Monaten bin ich nicht mehr krank gewesen. Für mich ist das schon echt toll. Normalerweise bin ich 1 Mal im Monat irgendwie krank.Ich ziehe dann das, was ich so mache, immer durch, weil mir nichts anderes übrig bleibt. Aber das ist natürlich nicht schön. Zusätzlich bin ich so 1 bis 2 Mal im Jahr so richtig krank. Und auch das ist jetzt schon eine Weile nicht mehr so gewesen. Worauf ich hinauswill ist, dass das bei mir wahrscheinlich mit einem chronisch bestehenden Zinkmangel zusammenhing. Zum einen habe ich nochmal ganz viel neu an meinem Darm gemacht und viele Sachen sehr konsequent verändert. Und zum anderen habe ich dann, um das aufzufüllen, sehr, sehr große Mengen an Zink zu mir genommen. Und das in so großen Mengen, wie sie eigentlich schon nicht mehr empfehlenswert sind. Im Endeffekt habe ich das Ganze unter eigener ärztlicher Begleitung durchgeführt. Und dass ist das, was ganz wichtig ist! Wenn du so etwas vorhast, dann empfehlen wir: Mache einen Test. Unter ärztlicher Begleitung nimmst du das Zink. Mache in zirka 3-wöchigem Abstand noch einen Test und dann schaue, wie sich dein Zinkspiegel entwickelt hat. Der Test ist ganz essentiell, gerade damit du dich nicht vergiftest.

Und hier sind wir an einem ganz wichtigen Punkt angelangt: Dem Heilversprechen. Zink kann die Ursache deiner Probleme sein, muss es aber nicht. Es ist nicht so, dass wir euch sagen „Wenn ihr Zink nehmt, wird irgendwas tausendmal besser.“ Die Problematik ist bei jedem individuell. Und auch nur wenn wirklich ein Zinkmangel da ist, kann die Zufuhr von Zink irgendetwas nützen. Wenn man schon supergut versorgt ist mit Zink, dann ist es unwahrscheinlich, dass eine Zinkeinnahme deine Problematik verbessert. Allerdings solltest du wissen, dass fast alle Menschen mit Autoimmunerkrankungen aus den oben benannten Gründen Zinkmängel haben. Sollte es dir also gar nicht möglich sein, einen Test zu machen, kannst du vielleicht auch mal 1 bis 2 Wochen Zink einnehmen und es dann wieder absetzen. Während bzw. nach der Zinkeinnahme kannst du beobachten, ob du Veränderungen bemerkst. Ein Punkt ist da die bereits benannte Stresstoleranz. Wenn man zu starke Zinkmängel hat, ist man deutlich Stressintoleranter. Und das ist etwas, was man relativ zügig bemerkt dass man irgendwie ruhiger ist, dass man nicht mehr so schnell hochgeht, dass man die eigenen Kinder besser ertragen kann und sie einen nicht mehr so rasch an die eigenen Grenzen bringen.

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Disclaimer: Wir distanzieren uns in jeglicher Art von Heilversprechen durch vorgestellte Supplemente oder Vorgehensweise. Die in diesen Beiträgen und Videos dargestellten Beispiele spiegeln ausschließlich unsere eigene Erfahrung wieder. Ob ein Supplemente oder eine Vorgehensweise sinnvoll für deine Genesung ist, musst du einzeln mit deinem Arzt besprechen.